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Kulturveranstaltungen im Schloß Lelkendorf im Spiegel der Presse |
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Eberhard Rogmann/NordKurier 20. Januar 2003


Bea Bernstein/Nordkurier, 14.09.2001
Opernprojekt für den Schlosspark Lelkendorf
Es gibt geheime Orte auf dieser Welt. Ganz bestimmt. Plätze, wo es so "abgrundtief" schön ist, so zerzaust-romantisch - (noch) unentdeckt für die Allgemeinheit. Irgendwie magisch. Solch ein Ort, an dem Schein und Wirklichkeit verschmelzen, ist Schloss Lelkendorf: zwischen Teterow und Demmin, nur einen Katzensprung von Neukalen entfernt.
Dieses 775 Jahre alte Domizil der Herren von Levetzow liegt versteckt in einem 27.000 Quadrat-meter großen Park. Und zu diesem Park gehören uralte und bizarre Bäume. Und diese alten und seltenen Hölzer geben eine Wiese frei, gleich hinter dem Schloss. Und diese Wiese wir zur Opernbühne - mit Park und Schloss als Kulisse.
Inszenierungs-Geschichte
Auf saftigem Grün soll "Don Giovanni" - der vielbedichtete und vertonte Don Juan der Weltgeschichte - am Sonntag (16 Uhr) sein musikalisches Unwesen treiben. Wobei die Lelkendorfer Auftrittsgeschichte des jungen EnsemblesOpera Aversa beinahe so abenteuerlich anmutet wie Mozarts Fertigstellung der Da-Ponte-Oper in Prag, eine Nacht vor der Uraufführung: die dämonisch-funkensprühende Overtüre unter ständigem Punsch-Genuss fiebrig zu Papier bringend, während Frau Konstanze aus "Aladin und die Wunderlampe" vorlesen musstte!
In der Inszenierung von Sandra Leupold (sie studierte Opernregie bei Ruth Berghaus und Peter Konwitschny, arbeitete mit George Tabori und Hans Neuenfels) müssen die acht jungen Sänger mit sieben Stühlen und einem Orchester (dem Berliner Mozart-Ensemble) auskommen. Denn ursprünglich war das Projekt für ein Festival in Süddeutschland geplant, musste jedoch kurz nach einem Eklat (das Team sollte so gut wie keine Gage sehen) abgebrochen werden. Doch so leicht ließen sich die Opernenthusiasten nicht entmutigen. Die Produktion wurde in Berlin fortgesetzt: ohne Sicherheiten, ohne Etat...
In dieser Situation trafen die Levetzows auf die junge Regisseurin, die während ihrer Berliner Studienzeit mit Mechthild von Levetzow im gleichen Chor sang. Und da das kunstbegeisterte Ehepaar (sie gründeten den Verein Kultur in Lelkendorf) nichts gegen das große Es-Dur-Terzett oder das ewig geliebteDuett "Reich mir die Hand, mein Leben" schon zum Frühstück hatte, holte es die Operntruppe ins Lelkendorfer Schloss.
Kein bloßes Schweigen
Das Ensemble nimmt Mozarts Gattungsbezeichnung "dramma giocoso" wörtlich. "Das Tragische ist vom Komödischen nicht zu trennen. Mozart durchdringt den Spaß mit Trauer, die Liebe mit dem Tod, die Heiterkeit mit der Rache und treibt mit dem Entsetzen Scherz", sagt Sandra Leupold. Bei ihr soll es hautnahe Auseinandersetzung mit dem Geschehen (die Sänger spielen ihre Rolle und sich selbst) geben, kein bloßes Schwelgen im Wohlklang. Und wenn das A-Dur-Terzett ("Ah taci, ingiusto core") in seraphinischer Schönheit durch den Schlosspark flattert, die vielleicht die vollkommenste Komposition der Oper, dann wird eines deutlich: Vielleicht hat Kierkegaard in seinem Don-Giovanni-Essay recht, wenn er meint: "Man muss diese Musik von weitem hören." Wo ist schließlich schönere Weite als hinterm Lelkendorfer Schloss?

